• Dagmar Popp

The new way of communication

Es hat mich hart getroffen: Das soziale Leben mit Maske braucht ein massives Umdenken in der Kommunikation...!

Gerade jetzt wird wieder klar, dass Kommunikation nicht gleich Kommunikation ist.

Dass das "wer", "wann", "wie", "wo", "warum" gänzlich neue Dimensionen bekommt. Dass unsere Kommunikationskanäle immer mehr werden und zudem vielfältiger in der "Handhabung".

Letzeres bezieht sich nicht nur auf die technischen An- und Herausforderungen. Es geht ebenfalls darum, die Art wie wir kommunizieren näher zu betrachten, zu überdenken, zu differenzieren und entsprechend dem jeweiligen Setting anzupassen.

Schon bei den Online-Konferenzen und -Meetings ist sicherlich jeder und jedem von uns aufgefallen, dass diese anders ablaufen als die bisherigen Meetings im Büro. Das große Novum und sicherlich auch gewöhnungsbedürftig ist, dass wir uns selbst permanent (zu)sehen können. Die Emotionen kommen anders rüber, das Tempo lässt Interpretationen anders zu und das ist vielleicht auch nicht mehr so wichtig... Dann geht es bei diesen virtuellen Zusammentreffen insbesondere um Disziplin, sowohl beim Zuhören, als auch beim Sprechen. Es erfordert eine höhere Konzentration, eine straffe Agenda, bei mehreren Teilnehmer*innen eine klare Moderation und ein knapperes Formulieren (Dialoge sind noch erschöpfender als sie schon waren). Denn die Bereitschaft lange vor dem Bildschirm zu sitzen, ist noch geringer als in der "realen" Besprechung.

Ein wieder vermehrt "auf sich, aber auch auf die anderen schauen und hören" ist angesagt und damit einhergehend, die entsprechende Umdenke und Adaption.

Dieses Umdenken-müssen, habe ich letzthin persönlich in einem weiteren "Kommunikationssetting" hautnah erlebt: Einkaufen am Markt mit Maske. Die asiatische Kultur hat damit nicht so viele Probleme wie wir. Nicht nur, weil sie das "Tragen von Masken" schon länger praktizieren, sondern auch weil sie - Studien zufolge - mehr mit ihren Augenbrauen und Augen "sagen" als wir. Wenn wir die Grundemotionen wie Wut, Angst, Freude, Ärger, Ekel, Trauer, Überraschung und Furcht zeigen, streifen sie sozusagen über unser ganzes Gesicht. Das heißt, dass wir auch mit unserer "Mundpartie" viele Emotionen zum Ausdruck bringen. Was ist jetzt, wenn unsere Mimik zu einem großen Teil wegfällt? Richtig: Es kommt zu Missverständnisse! Ich habe es zusammen mit meinen mir schon lange bekannten Gesprächspartner*innen erlebt. Was bisher ohne Maske als Witz, einander auf die Schaufel nehmen oder freundliche Geste verstanden wurde, führte jetzt zu Unstimmigkeiten und großer Irritation auf beiden Seiten.

Das heißt, mit Maske ist es noch wichtiger zu beachten, was man wie sagt. Welche Worte und Formulierungen verwendet werden können, sollen und dürfen, insbesondere wenn es witzig gemeint ist oder starke Emotionen im Spiel sind. Rückfragen, Erklären und Vorsicht walten lassen ist absolut angebracht. (Ich für meinen Teil bin dafür, dass wir die Masken auch bald wieder auf die Seite legen können).

Bis dahin ist es aber wichtig - um eine konstruktive und effiziente Kommunikation zu führen und aufrechtzuerhalten - sich der "diversity of communication and its new ways" bewusst zu sein und sie auch entsprechend zu (be)nützen.

Unsere bisherigen, erfolgreichen Kommunikationsworkshops wurden um diese sehr wichtigen Aspekte erweitert und werden jetzt auch als Online Learning-Module angeboten!



10 Ansichten